KOMMENTAR zur 43. SMM 2011/12


Auch die 43.ste Südtiroler Mannschaftsmeisterschaft bot erfreulicherweise Spannung bis zur letzten Spielminute. Erst im Vereinshaus von Steinegg am 31. März 2012 wurden die Entscheidungen über die Reihenfolge der Podestplätze gefällt, während die Abstiegsfrage schon vorher besiegelt worden war. Ein Lob gebührt der Turnierleitung für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung und dem Schachclub Steinegg für die anschließende ausgezeichnete Verköstigung hungriger und durstiger Schachspieler, denen
sich auch noch einige Schachfans hinzugesellten.

Landesmeister Gröden
Mit zehn Siegen und nur einer einzigen Niederlage gegen den Angstgegner Naturns wurden 20 Mannschaftspunkte und 47,5 Brettpunkte erzielt und dadurch der insgesamt 15. Landesmeistertitel gesichert. Die Beharrlichkeit und der Siegeswunsch der Ladiner wurde schlussendlich belohnt. Wie Peter Spornberger richtigerweise bemerkt hat, lag das Erfolgsrezept vielleicht darin, dass das Grödner Sextett mit letztem Einsatz um jeden Brettpunkt gekämpft hatte. Nüchterner betrachtet, war eine homogene
Mannschaft, in der insgesamt nur neun Spieler eingesetzt werden mussten, der Schlüssel zum Landesmeistertitel. Entscheidend war freilich der fünfmalige Einsatz von Martin Oberrauch (4,5 aus 5) bei den wichtigsten Begegnungen (leider fehlte er gegen Naturns!). Auch die Leistung des unverwüstlichen 75-jährigen Franz Prinoth (8 aus 11) ist hervorzuheben. Auf Brett 1 bestätigte Ruben Bernardi sein Vorjahresergebnis (5,5 aus 11), wobei er in den letzten beiden Runden den beiden Legionären Valerio
Luciani (Merania) und Stefano Moncher (Richter/Lask Bozen) in bemerkenswerten Partien das Nachsehen gab. Rainer Demetz (9,5 aus 11) und Thomas Moroder (9 aus 11) waren die fleißigsten Punktesammler. Stefan Moroder (7,5 aus 10) hielt der doppelten Belastung durch die Teilnahme sowohl an der SMM als auch an der TMM mühelos stand und verlor dabei bloß eine einzige Partie, und dies auch nur, weil er wegen Mannschaftsführerorder trotz ausgeglichener Stellung auf Sieg hatte spielen müssen. Christian Grossi (2 aus 3) und Herbert Grossrubatscher (1 aus 3), sowie Manuel Taschler (0,5 aus 1) leisteten ebenso ihren wertvollen Beitrag zum Titelgewinn. Mit Dankbarkeit wird dieser letzte Landesmeistertitel dem verstorbenen Mitglied des Schachclubs Gröden, Herrn Benedikt Bernardi, welcher zwischen der zweiten und dritten Meisterschaftsrunde am 24.11.2011 verstorben war, gewidmet.


Vizemeister Merania
Die Überrauschungsmannschaft des Vorjahres musste gerade in der schließlich entscheidenden Begegnung mit Gröden auf Stefano Bonagura verzichten und erlitt in der vorletzten Runde die erste Niederlage mit 1,5 zu 4,5. Bis zu diesem Zeitpunkt steuerte das Meraner Team mit neun Siegen in Folge überzeugend auf Meisterkurs. In der letzten Runde gegen Gries Bozen riskierte Merania sogar noch den zweiten Rang, konnte jedoch die Niederlage in Grenzen halten und wurde mit 18 Mannschaftspunkten und 44 Brettpunkten Vizemeister. Valerio Luciani (7,5 aus 11), Stefano Bonagura und Martin Torggler (beide 8 aus 10) waren die eifrigsten Punktesammler.


Platz 3 Gries Bozen
Mit ebenfalls 18 Mannschaftspunkten und 42,5 Brettpunkten (nur 1,5 weniger als Merania!) kam Gries Bozen auf Platz 3. Dass diese Mannschaft reif für den Titel wäre, ist kein Geheimnis. Man braucht nur zu betrachten, dass das Grieser Sextett beim Finale in Steinegg gegen Merania (mit beiden Mannschaften in Bestbesetzung!) zwischendurch einem hohen Sieg entgegensah! Welche Mannschaft kann sich zudem den Luxus leisten, auf Brett 6 einen Meister wie Fritz Prosser (4 aus 4) und als erste Reserve einen starken
Spieler wie Diego Fongarolli (6 aus 6) einzusetzen, die beide eine 100% Ausbeute aus ihren Einsätzen erzielten! Das Gebrüderduo Max und Andre Spornberger auf den ersten zwei Brettern erspielte 6,5 bzw. 7,5 aus 11. Wer die Partie von Max gegen Valerio Luciani ansieht, kann ein wahres Schachfeuerwerk bewundern! Wie gesagt, bei einer solch ausgeglichenen Mannschaft ist ein Meisterschaftssieg nur mehr eine Frage der Zeit, allerdings bedarf es dabei auch der jeweiligen individuellen Überzeugung, die noch zu fehlen scheint.


Platz 4 Tramin/Kaltern
Mit 13 Mannschaftspunkten und 38 Brettpunkten kam die Spielgemeinschaft Tramin/Kaltern auf den vierten Rang. Nur dreimal konnte das Spitzenbrett Alexander Bertagnolli eingesetzt werden, was sich natürlich negativ auf die gesamte Meisterschaft auswirkte. Sehr gute Leistungen erzielten Nicholas Paltrinieri (8,5 aus 11), Gerhard Bertagnolli (7 aus 10) und Rainer Dibiasi (7,5 aus 10). Ein Erfolgserlebnis war zweifelsohne der hohe Sieg gegen Gries Bozen (allerdings das einzige Mal auf Brett 6 ersatzgeschwächt). Ansonsten liegen sage und schreibe 5 Mannschaftspunkte Abstand zu einem Podestplatz.

Platz 5 Brixen-Milland
Ebenfalls 13 Mannschaftspunkte, aber nur 35,5 Brettpunkte ergaben Platz 5 für Brixen-Milland. Die Bischofsstädter standen anfangs auf den vordersten Plätzen, konnten aber bei den entscheidenden Begegnungen nicht ganz mithalten. Hervorzuheben ist das Unentschieden gegen den in Bestformation angetretenen Titelverteidiger Richter/Lask Bozen. Die ganze Meisterschaft hindurch sehr gute Leistungen lieferten Michael Sader und Lukas Wisthaler (beide mit 7 aus 10).


Platz 6 Naturns I
Nur 12 Mannschaftspunkte und 37,5 Brettpunkte und somit Platz 6: das ist eindeutig zu wenig für die erste Naturnser Mannschaft! Der Sieg gegen Gröden beweist eindeutig, dass mehr möglich gewesen wäre. Allein Hans Unterthurner (7 aus 9) konnte eine durchwegs positive Leistung erbringen.


Platz 7 Richter/Lask Bozen
Dass 10 Mannschaftspunkte und 37,5 Brettpunkte für den Titelverteidiger aus Bozen weit unter den Erwartungen liegen, ist untertrieben. Platz 7 ist dieser Mannschaft einfach nicht würdig. In Bestbesetzung wäre die Bozner Spielgemeinschaft die bei weitem elo-stärkste Mannschaft der SMM! Die anfänglichen Niederlagen und die gewohnten Probleme bei der Mannschaftsaufstellung ließen das Unternehmen Titelverteidigung bald scheitern. Zu bedauern war allerdings, dass gerade in den Begegnungen mit Merania und Gröden mehrere Reserven zum Einsatz kamen, die sich erwartungsgemäß in der A-Liga äußerst schwer taten. Wie gewohnt, war Giuseppe Voltolini eine Bank (5,5 aus 6). Auch Maurizio Bevilacqua (5,5 aus 7) und Martin Kowalczyk (6 aus 8) erreichten sehr gute Ergebnisse.


Platz 8 Klausen
Auf ebenfalls 10 Mannschaftspunkte, aber nur 31,5 Brettpunkte kam Klausen. Nur zweimal konnte ein starker und solider Spieler wie Karl Schrott (1 aus 2) eingesetzt werden. Überzeugen konnten eigentlich nur Gerd Schacher (6,5 aus 9) und Ingenuin Sigmund (7,5 aus 11).


Platz 9 Ehrenburg
In der Tabelle steht Ehrenburg mit 8 Mannschaftspunkten und 31 Brettpunkten auf Rang 9. Selbst wenn nicht 2 Mannschaftspunkte als Strafe für das Nichterscheinen gegen Merania abgezogen worden wären, wäre die Platzierung dieselbe geblieben. Wie so oft in der Vergangenheit, war Ehrenburg auch dieses Jahr mit akuten Personalproblemen konfrontiert. Allerdings kann dies nicht das Fernbleiben von einer Begegnung rechtfertigen. Dieser Umstand hätte sogar die Meisterschaft beeinflussen können, wenn es um
die Brettpunktezahl gegangen wäre! Es ist zu hoffen, dass in Zukunft die Ehrenburger Mannschaft mehr auf ihre drei Spitzenspieler Florian Gatterer (2 aus 2), Christian Hengl (1,5 aus 2) und Matthias Gatterer (4 aus 5), die in dieser Meisterschaft insgesamt (!) nur neun Mal zum Einsatz kamen, zurückgreifen kann.


Platz 10 Naturns II
Mit 5 Mannschaftspunkten und 19,5 Brettpunkten wurde der Verbleib in der A-Liga gesichert. Dieser Erfolg der zweiten Mannschaft aus Naturns wurde besonders durch Markus Gurschler ermöglicht, der 6 aus 9 beisteuerte.


Platz 11 Arci Bozen
3 Mannschaftspunkte und 21,5 Brettpunkte waren zuwenig. Arci Bozen muss trotz der ansprechenden Leistungen von Luca D’Ambrosio (6,5 aus 11) in die B-Liga absteigen. Wird aber hoffentlich wieder bald in der höchsten Spielklasse anzutreffen sein!


Platz 12 Lana
Von den 10 Brettpunkten erzielte Albin Kofler deren 3 und somit am meisten. In den meisten Begegnungen leisteten die Aufsteiger einen erbitterten Widerstand und verloren viele Partien erst in der Schlussphase. Das Abenteuer A-Liga ist abgeschlossen und Lana muss wieder in die B-Liga zurück. Dennoch war diese Mannschaft eine Bereicherung für die Meisterschaft!

neuPrinoth6 Franz Prinoth's Gewinn im 23. Zug mittels Damenopfer.

Kommentar zur 42. SMM 2010/11

Wieder ging eine der spannendesten Südtiroler Meisterschaften am letzten Märzsamstag 2011 beim gemeinsamen Finale der A- und B-Liga in Deutschnofen zu Ende. Sowohl um die Erreichung der Podestplätze, als auch um die Vermeidung der Abstiegsplätze wurde bis zur letzten Minute verbissen gekämpft.

 

1.         Richter/Lask Bozen I                       17 MP und 43,5 BP

 

Niemand wird durch Zufall Meister, auch dieses Jahr nicht. Der Umstand, dass der Titel an eine Mannschaft vergeben wurde, die eine Begegnung verlor und drei Mal Unentschieden spielte, war kennzeichnend für die Ausgeglichenheit dieser Meisterschaft. In der Tat wurde der Titelkampf durch die höhere Brettpunkteanzahl entschieden. Obwohl FM Patrick Scharrer nur zweimal zum Einsatz kam, wurde dieses Jahr Richter/Lask Bozen I seiner Favoritenrolle als Elo-stärkstes Team (Elo-Durchschnitt von 2.107) gerecht und empfing als Lohn den zweiten Meistertitel nach 2003/04 mit 17 Mannschaftspunkten und 43,5 Brettpunkten. Tragende Säule dieses Erfolgs war zweifelsohne Giuseppe Voltolini, der mit acht Siegen und zwei Remis 9 Punkte aus 10 Partien holte. Herzliche Gratulation an den neuen Meister!

 

2.         Merania                                            17 MP und 38,5 BP

 

Als B-Liga Aufsteiger gleich Vizemeister werden, punktegleich mit dem Erstplatzierten: das  war wohl die größte Überraschung der diesjährigen SMM! Merania hatte sich mit neuen Spielern verstärkt und mit einer sehr jungen Mannschaft all jene Experten Lügen gestraft, welche der anfänglichen Erfolgsserie der Meraner ein rasches Ende voraussagten. Maßgeblich an diesem Spitzenresultat war Stefano Bonagura beteiligt, der mit sieben Siegen, drei Remis und nur einer Niederlage 8,5 Punkte aus 11 Partien beitrug. Ebenso hervorzuheben sind die guten Leistungen von Alexander Teutsch und Josef Wieser.

 

3.         Gries Bozen                                      16 MP und 40 BP

 

Obwohl zwischenzeitlich auf Meisterkurs, schaffte es Gries nicht, das greifbar nahe Ziel zu erreichen. Der dritte Platz mit 16 Punkten und 40 Brettpunkten, nur mit einem Punkt Rückstand auf die ersten beiden Platzierten, kann die Grieser in Wirklichkeit nicht ganz zufrieden stellen. Es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, wann diese Mannschaft einmal den Titel holt. Die Voraussetzungen sind jedenfalls jetzt schon vorhanden, steht doch der beste Punktesammler der gesamten A-Liga in der Reihen der Grieser: Andre Spornberger erzielte acht Siege und drei Remis und somit als Einziger 9,5 Punkte aus 11 Partien, und dies mit einer Abgeklärtheit, die einem solch jungen Spieler gar nicht zuzutrauen ist. Harald Niederstätter war ebenfalls eine Bank und erzielte 8,5 Punkte aus 11 Partien.

 

4.         Gröden                                              15 MP und 41 BP

 

Nach dem Sieg gegen Naturns schien der Weg zum 15. Meistertitel geebnet. Die erste Niederlage gegen Gries Bozen und vor allem jene gegen Merania vermasselten endgültig das Unternehmen Titelverteidigung. Im Verhältnis zu den beiden vorherigen Meisterschaften gingen zu viele Einzelbegegnungen verloren, was insgesamt drei Mannschaftsniederlagen zur Folge hatte. Der vierte Platz mit 15 Punkten und 41 Brettpunkten war daher die logische Konsequenz einer verpatzten SMM. Die eingesetzten Reserven hatten ihren wertvollen Beitrag geleistet, allein die Stammaufstellung war nicht mehr so durchschlagskräftig wie früher und dies war letztendlich entscheidend.

 

5.         Naturns                                             15 MP und 38 BP

 

Ebenfalls als enttäuschend muss der fünfte Platz von Naturns mit 15 Mannschaftspunkten und 38 Brettpunkten bezeichnet werden, lagen doch zwischen dem ersten und dem fünften Platz nur mickrige zwei Punkte! Naturns war die einzige Mannschaft, die den Meister schlug. Was hätte geschehen können, wenn Stefano Bonagura nicht zu Merania zurückgekehrt wäre? Die besten Punktesammler waren Hans Unterthurner mit 8 Punkten aus 11 Partien und Josko Mukic mit 7,5 aus 10.

 

6.         Kaltern/Tramin                                11 MP und 35,5 BP

 

Das oftmalige Fehlen von FM Alexander Bertagnolli machte sich schmerzlich bemerkbar. Er wurde zwar auf das Würdigste von Nicholas Paltrinieri ersetzt, der mit acht Siegen, zwei Remis und nur einer Niederlagen 9 Punkte aus 11 Partien beisteuerte und gleichzeitig die beste Elo-Performance der gesamten Meisterschaft lieferte, was aber für die Überetscher Spielgemeinschaft nicht genug war, um einen besseren Rang als den sechsten Platz mit 11 Punkten zu erreichen.

 

7.         Klausen                                             10 MP und 30 BP

 

Der Meister von 2006/07 spielte wieder eine mäßige Meisterschaft und blieb knapp unter 50%. Herausragend war nur die Leistung von FM Gerd Schacher, welcher 7,5 Punkte aus 10 Partien holte.

 

8.         Brixen/Milland                                 9 MP und 31,5 BP

 

Die Bischofsstädter konnten sich mühelos vom Abstiegskampf fernhalten. Die besten Punktesammler waren Lukas Wisthaler mit 6,5 und Daniel Brenninger mit 6 Punkten aus jeweils 10 Partien.

 

9.         Arci Scacchi Bozen                          8 MP und 28,5 BP

 

Erst mit einem Kraftakt in der letzten Runde gegen Richter/Lask Bozen II konnte sich Arci Scacchi Bozen noch vor dem Abstieg in die B-Liga retten und so eine schwierige Saison zufriedenstellend abschließen. Marco Pollana war der bei weitem eifrigste Spieler seiner Mannschaft: mit 8 Punkten aus 11 Partien erzielte er sein bisher bestes Resultat bei einer SMM.

 

10.       Ehrenburg                                        7 MP und 27,5 BP

 

Auch die Ehrenburger konnten sich erst beim Finale in Deutschnofen den Klassenerhalt sichern, und zwar mit einem Unentschieden gegen den neuen Meister, mit welchem beiden Teams geholfen war. Ein Drei-Brettpunkte-Vorsprung erlaubte es, bei Gleichstand der  Mannschaftspunkte mit der zweiten Mannschaft von Richter/Lask Bozen in der A-Liga zu bleiben. Stärkster Spieler von Ehrenburg war Matthias Gatterer, der auf Brett 1 6,5 Punkte aus 11 Partien beisteuerte und dabei keine einzige Partie verlor.

 

11.       Richter/Lask Bozen II                     7 MP und 24,5 BP

 

Obwohl Richter/Lask Bozen II eine beachtliche Meisterschaft spielte, reichte es diesmal nicht zum Klassenerhalt: die Niederlage am letzten Spieltag gegen Arci Scacchi Bozen und die „Mithilfe“ des eigenen ersten Teams (durch die anfängliche 6:0 Abfuhr und durch das 3:3 gegen Ehrenburg) bedeuten den Abstieg in die B-Liga wegen einer bloßen Drei-Brettpunkte-Differenz.

 

12.       Passeier                                             0 MP und 17,5 BP

 

Trotz der elf Mannschaftsniederlagen hielten sich die Aufsteiger aus der B-Liga ziemlich wacker. Passeier muss nach einem Jahr A-Liga wieder in die B-Liga zurück. Eine beeindruckende Leistung erbrachte Hannes Innerhofer, welcher abwechselnd auf den ersten drei Brettern spielte und exakt 50% aus 11 Partien holte, beinahe ein Drittel der gesamten Brettpunkte seiner Mannschaft.

Kommentar zur 41. SMM 2009/10

Zunächst ein herzliches Dankeschön an den Südtiroler Schachbund für die reibungslose Austragung der gesamten SMM und an den Schachclub Ridnaun für die Organisation der Finalrunde und das sagenhafte Buffet!

 

1. Landesmeister Gröden

Der Verfasser hatte schon in den Kommentaren zu den vergangenen Südtiroler Mannschaftsmeisterschaften regelmäßig betont, dass der jeweilige Landesmeister verdientermaßen den Titel errungen hatte. Dies kann wohl auch dieses Jahr behauptet werden.

Aufbauend auf die Siege in den ersten vier Runden und trotz einer kurzen Krise in der Woche zwischen dem 9. und 16. Jänner 2010 hat sich Gröden seinen 14. Landesmeistertitel durch überzeugende Leistungen in den letzten fünf Runden erkämpft. Die spannende Begegnung mit Kaltern/Tramin I in der Finalrunde in Ridnaun wird noch lange in Erinnerung bleiben. Es klingt sehr abgedroschen, aber die einzelnen Spieler haben auch nach der sechsten Runde immer daran geglaubt, dass die Meisterschaft noch zu gewinnen ist. Der gegenseitige Ansporn bewirkt wahrlich viel!

Es ist müßig, darüber zu sinnieren, dass in der fünften Runde gegen Richter/Lask Bozen auf Brett 4 ein Sieg zum Verlust vermasselt worden ist und dass in der sechsten Runde gegen Klausen auf Brett 2 ein Remis durch dreimalige Zugwiederholung nicht reklamiert worden ist, was in beiden Fällen den Mannschaftssieg für Gröden und daher 3 Mannschaftspunkte mehr bedeutet hätte. Auch Kaltern/Tramin I könnte mit dem Schicksal hadern, was den Verlauf einiger Partien der Finalrunde anbelangt. Dasselbe gilt bestimmt auch für alle anderen Mannschaften. Glück und Pech – sofern man diese Ausdrücke überhaupt in den Mund nehmen will, statt von besseren oder schlechtern Zügen zu sprechen – heben sich im Laufe der Saison auf.

Wichtig und bedeutend ist, dass in den letzten Jahren die Siegermannschaft im Laufe der Meisterschaft Federn hat lassen müssen und es keinen Durchmarsch gegeben hat, sondern spannende Kämpfe bis zur letzten Partie.

Gröden reichten zum Sieg 19 Mannschafts- und 46,5 Brettpunkte.

Stefan Moroder (3,5 aus 10), Martin Oberrauch (0 aus 1), Ruben Bernardi (9,5 aus 11), Rainer Demetz (9 aus 10), Thomas Moroder (6,5 aus 11), Christian Grossi (7,5 aus 10), Franz Prinoth (8 aus 10), Milan Pocuca (1 aus 1), Herbert Grossrubatscher (1 aus 1) und Matteo Scola (0,5 aus 1) waren die zehn eingesetzten Spieler. Es ist daher nicht übertrieben, von mannschaftlicher Geschlossenheit zu sprechen, da die sechs Spieler der Kernmannschaft (Stefan, Ruben, Rainer, Thomas, Christian und Franz) 62 von 66 Partien ausgetragen haben und von den anderen vier Spielern (Martin, Milan, Herbert und Matteo) jeweils einer zu den restlichen 4 Partien angetreten ist. Dennoch hat jeder einzelne seinen wertvollen Beitrag zum Landesmeistertitel geleistet.

Wenn man eine Person hervorheben soll, dann Ruben Bernardi: nicht nur, weil er die meisten Punkte (mehr als ein Fünftel der Gesamtbrettpunkte) beigesteuert hat, sondern auch, weil er als Vereinspräsident unermesslich viel Energie und Zeit zum Wohl des S.C. Gröden aufgewendet hat, was sich auch eindeutig auf die Leistungen und die Begeisterung aller drei Mannschaften des Vereins positiv ausgewirkt hat.

 

2. Vizemeister Richter/Lask Bozen I

Nach anfänglichen Schwierigkeiten (Heimniederlage gegen Naturns) ist Richter/Lask Bozen I, nicht nur auf Grund des Elo-Durchschnitts seiner Stammmannschaft (über 2100!), sondern auch dank der von Runde zu Runde erzielten Ergebnisse, zum ersten Titelanwärter avanciert und an die Spitze der Tabelle gerückt. Den Lauf der Bozner hat aber gerade der Stadtrivale Gries mit einem heißumkämpften Unentschieden in der neunten Runde aufgehalten. Bis zum Schluss ist der Meistertitel in Reichweite gewesen, letztlich sind aber bei Mannschaftspunktegleichheit mit Gröden (je 19) die 43,5 erzielten Brettpunkte um drei zu wenig gewesen. Bei Gleichstand auch der Brettpunkte hätte nämlich die direkte Begegnung mit Gröden den Ausschlag zu Gunsten des Landesmeisters des Jahres 2004 gegeben. Nachdem in den letzten drei Meisterschaften ein neunter, ein achter und ein vierter Platz herausgeschaut haben, ist der insgesamt dritte Vizemeistertitel nach 2003 und 2006 keineswegs zu verschmähen. 

 

3. Drittplatzierter Kaltern/Tramin I

Natürlich ist es bitter, auf der Schlusslinie abgefangen zu werden und dann „nur“ mehr an dritter Stelle zu stehen, aber die zwei Niederlagen gegen die direkten Titelkonkurrenten sind zuviel gewesen. Dennoch kann sich das Ergebnis des Landesmeisters des Jahres 2008 sehen lassen: der mit 18 Mannschafts- und 41,5 Brettpunkten erzielte dritte Rang ist der zweite Podestplatz in der noch jungen Geschichte von Kaltern/Tramin. Ohne den Verlust gegen Richter/Lask Bozen I hätte die Unterlandler Spielgemeinschaft den Titel bereits vor der letzten Runde unter Dach und Fach gebracht. Hervorzuheben ist die Sportlichkeit und Fairness der Spieler von Kaltern/Tramin I bei der Finalrunde.

 

4. Naturns

Nach dem Vizemeistertitel des vorigen Jahres ist Naturns auch für diese Saison als Mitfavorit in die Meisterschaft gegangen. Nach dem überzeugenden Sieg gegen Richter/Lask Bozen I hat die Niederlage gegen Kaltern/Tramin I in der dritten Runde die Vinschger eingebremst. Entscheidend für den Meisterschaftsausgang ist dann die achte Runde im Auswärtsspiel gegen Gröden gewesen. Bei einem Sieg der Naturnser wären dieselben, bei gleichbleibenden anderen Resultaten, Landesmeister geworden. Die Ausbeute von 17 Mannschafts- und 46,5 Brettpunkten (das sind genau so viele Brettpunkte wie Gröden, allerdings ist dabei ein 6 : 0 Forfait-Sieg wegen Nichtantreten von Ehrenburg dabei) hat nur für den undankbaren vierten Platz gereicht.

5. Gries Bozen

Der fünfte Platz mit 15 Mannschafts- und 40 Brettpunkten kann nur zum Teil den Schachclub Gries zufrieden stellen. Mit einer derart ausgeglichenen Mannschaft müsste wohl mehr zu erreichen sein. Die Begegnungen gegen Gröden und Kaltern/Tramin sind nur ganz knapp verloren gegangen und es sind drei Unentschieden gegen Naturns, Richter/Lask Bozen und Klausen erreicht worden, sodass jeweils nur wenig zu einem Mannschaftssieg gefehlt hat. Das Potenzial für einen SMM-Sieg ist, genauso wie bei Naturns, sicherlich vorhanden, vielleicht fehlt nur noch die notwendige Zuversicht und ein stärkeres Mannschaftsdenken.

6. Klausen

Mit 13 Mannschafts- und 37,5 Brettpunkten hat Klausen den sechsten Rang erspielt, ganze vier Mannschaftspunkte vor dem Nächstplatzierten. Außer dem Unentschieden gegen Gröden haben die Klausner eine eher durchwachsene Meisterschaft gespielt: zu stark für die Mannschaften der unteren Tabellenhälfte, jedoch nicht gut genug für jene der oberen. Dies widerspiegelt die Leistungen von Klausen in den vergangenen Jahren, mit Ausnahme des Jahres 2007, in welchem Klausen den vierten Landesmeistertitel erobert hatte. Gerade der letzte Umstand beweist, dass die Eisacktaler mehr erreichen könnten.

7. Arci Bozen I

Der siebte Platz der ersten Mannschaft von Arci Bozen mit 9 Mannschafts- und 29 Brettpunkten hat die Platzierung des Vorjahres bestätigt (mit einem halben Brettpunkt mehr!), was unterstreicht, dass diese Mannschaft sich endgültig in der A-Liga etabliert hat und für jede Mannschaft ein ernst zu nehmender Gegner ist.

8. Brixen/Milland

Nach Auflösung der Spielgemeinschaft Bruneck/Brixen hat der Schachclub Brixen/Milland wieder allein die A-Liga bestritten und dabei mit 8 Mannschafts- und 31 Brettpunkten problemlos den achten Tabellenrang erreicht.

9. Ehrenburg

Mit 7 Mannschafts- und 25,5 Brettpunkten hat sich Ehrenburg den neunten Platz beschert. Leider ist unter den Niederlagen eine wegen Nichtantreten dabei. In Vollbesetzung können die Pusterer jede Mannschaft in Gefahr bringen, was die Finalrunde gezeigt hat, in welcher der Vizemeister nur knapp mit 3,5 zu 2,5 die Oberhand behalten hat. Wenn man bedenkt, dass die Durchschnittselozahl der Stammmannschaft höher ist als jene von Naturns, darf man sich von Ehrenburg viel mehr erwarten.

10. Richter/Lask Bozen II

Von den s.g. zweiten Mannschaften hat sich jene von Richter/Lask Bozen eindeutig als die stärkste erwiesen. Mit 4 Mannschafts- und 24 Brettpunkten hat sich Richter/Lask Bozen II den zehnten Platz gesichert und den Abstieg in die B-Liga vermieden.

11. Arci Bozen II

Die zweite Garnitur von Arci Bozen hat den elften und vorletzten Platz eingenommen, wobei 2 Mannschafts- und 10 Brettpunkte erzielt worden sind. Für eine Mannschaft, die direkt von der C- in die A-Liga aufgestiegen ist, ist dies allemal ein Achtungserfolg, zumal die stärker eingestufte zweite Mannschaft von Kaltern/Tramin besiegt worden ist! Der Abstieg in die B-Liga ist daher keineswegs eine Tragödie.

12. Kaltern/Tramin II

Das Schlusslicht der Tabelle bildet die zweite Mannschaft der Spielgemeinschaft von Kaltern/Tramin. Mit einem Mannschaftspunkt und 21 Brettpunkten ist wahrlich nicht mehr zu erreichen gewesen, was den Abstieg in die B-Liga bedeutet.

 

Schriftführer SC Gröden

Rainer Demetz

Kommentar zur 39. SMM 2007/08

Man kann wohl betonen, dass die kürzlich beim Finale in Klausen am 15.03.2008 im würdigen (aber sehr engen!) Rahmen abgeschlossene 39. Südtiroler Mannschaftsmeisterschaft an Spannung, Dramatik und Überraschungen nichts mehr zu überbieten hatte.

Sowohl die Entscheidung um den Landesmeistertitel und die weiteren Podestplätze, als auch der Kampf gegen den Abstieg lieferten derart viele unerwartete Wendungen, dass auch der erfahrenste Drehbuchautor keinen atemberaubenderen Schachkrimi hätte erfinden können.

Schon der Umstand, dass in einem einzigen Saal sämtliche Begegnungen stattfinden, erlaubt es, laufend Berechnungen und Mutmaßungen über den möglichen Endplatz der jeweiligen Mannschaften anzustellen. Man stelle sich nur vor, dass zum Beispiel Tramin/Kaltern I einen jeden der ersten fünf Plätze einnehmen hätte können!

 

Neuer Landesmeister Tramin/Kaltern I

Jede Mannschaft, die den Landesmeistertitel erringt, hat ihn redlich und verdient gewonnen.

Dies gilt auch im besonderen Maße für die erste Mannschaft der Spielgemeinschaft Tramin/ Kaltern.

Neun Siege und nur zwei Niederlagen reichten für den ersten Platz.

Dass die höchsten Siege nie höher als mit 4,5 zu 1,5 ausfielen und dass die Gesamtbrettpunktezahl lediglich 39 betraf, tut nichts zur Sache.

Den Ausschlag gab letztendlich die mannschaftliche Geschlossenheit und Kompaktheit.

Die Niederlage gegen Gröden in Höhe von 0,5 zu 5,5 kam hauptsächlich deshalb zustande, weil den Überetschern drei Stammspieler fehlten und durch Mirko Waldner, Alex Unterkofler und Klaus Unterkofler ersetzt werden mussten, welche somit das einzige Mal zum Einsatz kamen (jeweils 0 aus 1). Ansonsten trat das Sextett bestehend aus Alexander Bertagnolli (7 aus 10), Gerhard Bertagnolli (6 aus 11), Nicholas Paltrinieri (8 aus 11, bestes Ergebnis seiner Mannschaft!), Giovanni Dallaglio (3,5 aus 10), Elmar Thaler (7,5 aus 9) und Horst Kerschbaumer (4,5 aus 9) mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit an. Sigmund Roner bildete dabei eine verlässliche Reserve (2,5 aus 3).

Ein herzliches Bravo nochmals an Tramin/Kaltern I, über dessen Mannschaft wohl auch der Geist des allzu früh verstorbenen Paul Widmann wachte.

Vizemeister Bruneck/Brixen I

Es ist sicherlich bitter, den greifbar nahen Landesmeistertitel in wahrlich letzter Minute zu verlieren. Dass dabei auch gar ein dritter Platz herausschauen hätte können, ist ein schwacher Trost.

Die Brettpunktezahl war mit 49,5 die höchste der gesamten Meisterschaft. Jedoch reichten acht Siege und ein Unentschieden nur für 17 Mannschaftspunkte, waren doch die Niederlagen in den letzten beiden Runden (!) gegen Naturns I und Gröden entscheidend.

Wenn man die Einzelergebnisse überprüft, haben alle Spieler positive Resultate erbracht. Hervorzuheben sind dabei jene von Michael Sader (9 aus 11), Andreas Peintner und Daniel Brenninger (jeweils 8,5 aus 11). Aber auch jene von Carlo Micheli (5,5 aus 8), Patrick Moling (6,5 aus 9), Kurt Trenkwalder (4,5 aus 5), Thomas Kofler (1,5 aus 3), Lukas Wisthaler (3 aus 5), Oswald Kofler (1,5 aus 2) und Stephan Hellweg (1 aus 1) können sich sehen lassen.

Vielleicht hätte bei der Begegnung mit Naturns I die stärkste Aufstellung antreten müssen?

Dass im letzten Spiel Gröden I der ersten Mannschaft der Spielgemeinschaft der Städte Bruneck und Brixen den Sieg beinahe kampflos überlassen würde, war wohl nicht zu erwarten.  

Naturns I

Über den Verlauf und Ausgang des Finalspieles gegen Ehrenburg wird Naturns I noch wohl lange hadern, hätte doch schon ein Unentschieden für den ersten Meistertitel gereicht!

Vielleicht fehlte es in diesem Zusammenhang einfach an Mannschaftsdenken und -disziplin.

Ebenso wie beim Vizemeister standen acht Siegen und einem Unentschieden zwei Niederlagen gegenüber. Die erzielten 17 Punkte und eine Gesamtbrettpunktezahl von 41 reichten für den dritten Platz, ein Endergebnis, das sich trotzdem allemal sehen lässt!

Den überragenden Leistungen der beiden Spitzenbretter Josko Mukic (9 aus 11) und Patrick Scharrer (6 aus 7) folgten die eher durchwachsenen Ergebnisse von Hans Unterthurner (5 aus 10), Hanspeter Kaserer (5 aus 11), Martin Torggler (6 aus 11), Norbert Nägele (4 aus 7), Christoph Pichler (4 aus 6). Zum Einsatz kamen auch die beiden Reserven Thomas Gurschler (1 aus 1) und André Christanell (1 aus 2).

Gröden I

Natürlich war der vierte Platz nicht das gelbe vom Ei.

Im Gegensatz zu anderen Mannschaften versuchte Gröden I, auch nach insgesamt drei Niederlagen, das Beste aus einer verkorksten Meisterschaft zu machen und noch so weit wie möglich vorne zu landen.

Mit acht Siegen und 16 Punkten und 43 Brettpunkten wurde in letzter Sekunde Gries Bozen I überholt.

Dass es mehr hätte werden können, beweist der Umstand, dass zum ersten Platz lediglich noch zwei Mannschaftspunkte fehlten und dass sowohl der Landesmeister als auch der Vizemeister besiegt wurden.

Wiederum erzielte Ruben Bernardi das beste Einzelergebnis (8 aus 11). Die Resultate der anderen Bretter: Rainer Demetz (7,5 aus 11), Martin Oberrauch (2 aus 3), Thomas Moroder (5 aus 10), Stefan Moroder (6,5 aus 8), Christian Grossi (7 aus 11), Franz Prinoth (4,5 aus 9), Matteo Scola (1 aus 1), Milan Pocuca (1 aus 1) und Franz Schrott (0,5 aus 1).

Andere Mannschaften

Gries Bozen I verfehlte mit 14 Punkten und gar 45 Brettpunkten denkbar knapp den dritten Gesamtrang. Ein Sieg gegen den neuen Meister Tramin/Kaltern I hätte dies ermöglicht und die Überetscher gar auf den fünften Platz zurückgedrängt!

Ehrenburg I nahm schließlich noch den sechsten Platz ein, punktegleich vor Klausen I an siebter Stelle mit ebenfalls 10 Punkten.

Richter/Lask Bozen I belegte den achten Rang mit 9 Punkten.

Überraschend die Leistung von Tramin/Kaltern II, das mit 8 Punkten den neunten Platz einnahm, während in letzter Sekunde Bruneck/Brixen II mit 6 Punkten sensationell den rettenden zehnten Rang mit einem Sieg gegen Klausen einfuhr.

Den Weg in die B-Liga müssen Arci Bozen I mit 5 Punkten und Naturns II mit 2 Punkten antreten.

KOMMENTAR ZUR 40. SÜDTIROLER MANNSCHAFTSMEISTERSCHAFT 2008/09

 von Rainer Demetz

Die Einführung der gemeinsamen Finalrunde der A-Liga und dann auch der B-Liga durch den SSB hat sich von Jahr zu Jahr immer mehr als Glückstreffer erwiesen.

Die spannungsgeladenen letzten Runden der vergangenen Meisterschaften hatten es wahrlich in sich!

Freilich war und ist damit eine Menge Arbeit verbunden, sowohl für den veranstaltenden Verein, als auch für den Südtiroler Schachbund, denen hiermit ein besonderer Dank aus-gesprochen wird.

Dieses Jahr hat sich der Schachclub Deutschnofen für die Ausrichtung des Finales am 4. April 2009 bereit gestellt. Über die vorzügliche Organisation gebührt den Hausherren das Lob aller Beteiligten.

Nun zum eigentlichen Sportsgeschehen.

Wie es der Pressereferent des SSB, Martin Kowalczyk, treffend ausgedrückt hat, ist es Gröden am Schlusstag gelungen, Naturns, wie bei einem Radrennen, auf den letzten hundert Metern einzuholen und zu überholen.

Selbstverständlich bedurfte es dabei der tatkräftigen Hilfe der Brixner Mannschaft, die mit bemerkenswertem Einsatz den Spitzenreiter Naturns mit 4 : 2 besiegte und somit der Spiel-gemeinschaft Bruneck/Brixen den dritten Platz sicherte und Gröden zum Meister machte.

Die Vorarbeit dazu leistete schon Klausen mit dem 3 : 3 Unentschieden gegen Naturns in der vorletzten Runde.

Allerdings war es auch Klausen, das als einzige Mannschaft in der 2. Runde Gröden mit 3,5 : 2,5 besiegte und so den Weg für den unvollendeten Durchmarsch der Naturnser ebnete.

Wie dem auch sei: am Ende zählen die Punkte, unabhängig in welcher Reihenfolge sie erzielt wurden.

 

GRÖDEN

Nach einer Durststrecke von sechs Jahren – während welcher man dreimal mit dem Vizemeistertitel vorliebnehmen musste, zweimal den dritten Rang und letztes Jahr den vierten Platz erreichte – ist es dem Schachclub Gröden wieder gelungen, den Landesmeistertitel, den insgesamt 13. seiner Vereinsgeschichte, zu erobern.

Dass Gröden ein würdiger Meister ist, wird von vielen Schachfreunden bestätigt und kann kaum angezweifelt werden.

In der Tat haben die Ladiner 19 Mannschaftspunkte und insgesamt 47 Brettpunkte gesammelt.

Neun Spieler sind am Erfolg konkret beteiligt gewesen: Martin Oberrauch (1,5 aus 4), Stefan Moroder (6,5 aus 10), Ruben Bernardi (6,5 aus 10), Rainer Demetz (10 aus 11), Thomas Moroder (7,5 aus 10), Christian Grossi (5 aus 8), Franz Prinoth (7,5 aus 10), Herbert Grossrubatscher (1,5 aus 2) und Milan Pocuca (1 aus 1).

Ein Beweis, dass diesmal die Aufstellung der Grödner Mannschaft gelungen ist und wirklich alle Spieler an der Erringung des Meistertitels wesentlichen Anteil haben.

Hervorzuheben ist allerdings die Leistung von Franz Prinoth – Jahrgang 1937 (!) und in den 60-er-Jahren des vorigen Jahrhunderts einer der besten Südtiroler Schachspieler – der mit seinen 72 Jahren wie ein Löwe gekämpft und 75% der Punkte errungen hat. 

Der Meistertitel wird dem allzu früh verstorbenen Franz Schrott gewidmet, der damit seine helle Freude gehabt hätte.

 

NATURNS
Natürlich stand den Naturnser Spielern die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, denn bitter ist es, die lange Tabellenführung gerade am letzten Tag abgeben zu müssen. Die Nervosität am Schlusstag war geradezu greifbar. Wenn voriges Jahr Ehrenburg zum Stolperstein geworden war, so wurde es dieses Jahr eine rein Brixner Mannschaft.

Dessen ungeachtet ist auch der Vizemeistertitel nicht zu verschmähen, zumal am Anfang des Jahres ein Podestrang ins Visier genommen und letztendlich auch erreicht wurde.

18 Mannschaftspunkte und 45 Brettpunkte waren die Ausbeute von Josko Mukic (9,5 aus 11), Stefano Bonagura (8 aus 11), Hans Unterthurner (6,5 aus 10), Hanspeter Kaserer (5 aus 11), Martin Torggler (6 aus 10), Norbert Nägele (8,5 aus 11), Thomas Gurschler (1 aus 1) und Raimund Nägele (0,5 aus 1).

Wird den Vinschgern in Zukunft mehr Glück beschieden sein?

 

BRUNECK/BRIXEN

Der dritte Rang für die Spielgemeinschaft Bruneck/Brixen wurde am Schlusstag von einer reinen Eisacktaler Besetzung erkämpft. Dies unterstreicht abermals das Potential dieser Spielgemeinschaft, die ja bekanntlich in den Jahren 2003, 2005 und 2006 drei Meistertitel eingeheimst hatte.

Die ganze Meisterschaft hindurch waren zwar sieben Brixner, jedoch nur zwei Brunecker im Einsatz.

Michael Sader (5,5 aus 10), Patrick Moling (7 aus 10), Andreas Peintner (5 aus 9), Kurt Trenkwalder (1,5 aus 4), Daniel Brenninger (7,5 aus 11), Lukas Wisthaler (7 aus 10), Thomas Kofler (6 aus 8), Oswald Kofler (2,5 aus 3) und Helmut Pfeifhofer (0 aus 1) erzielten 16 Mannschaftspunkte und 42 Brettpunkte.

Am Schlusstag der SMM gab es vermehrt Stimmen, die ein Auseinandergehen der beiden Schachclubs Brixen und Bruneck voraussagten. Wird diese geographisch nicht leicht nachvollziehbare Zweckehe noch weiterbestehen können?

GRIES BOZEN

Um 1,5 Brettpunkte wurde der dritte Platz verfehlt. Seit 2004 konnte sich Gries Bozen nicht mehr unter die ersten Drei reihen.

Der vierte Platz mit 16 Mannschaftspunkten und 40,5 Brettpunkten ist für Martin Paulmichl (4,5 aus 11), Maximilian Spornberger (6,5 aus 10), Fritz Prosser (2,5 aus 4), Harald Niederstätter (6 aus 11), Giovanni Benaglia (4,5 aus 6), Diego Fongarolli (8 aus 10), Massimo Zammarchi (4,5 aus 7), Christoph Mair (1 aus 1), André Spornberger (2,5 aus 5) und Peter Spornberger (0,5 aus 1) sicherlich nicht ganz zufriedenstellend.

Ein schwacher Trost mag sein, dass ein Platz vor den Meistern von 2007 und 2008 erzielt wurde.

Wer weiß, was alles möglich gewesen wäre, wenn Fritz Prosser öfter spielen hätte können...!

 

TRAMIN/KALTERN I

Dass dem Vorjahresmeister die Titelverteidigung gelingen würde, war von Anfang an eher zu bezweifeln. Dass jedoch am Ende nur der fünfte Platz herausschaute, lag wohl unter den Erwartungen.

Die 14 Mannschaftspunkte und 40,5 Brettpunkte von Alexander Bertagnolli (7 aus 8), Gerhard Bertagnolli (3,5 aus 9), Nicholas Paltrinieri (11 aus 11), Giovanni Dallaglio (4,5 aus 9), Elmar Thaler (4 aus 10), Horst Kerschbaumer (5,5 aus 10), Alex Unterkofler (1 aus 1), Mirko Waldner (1 aus 1), Helmut Enderle (1,5 aus 2), Helmuth Stadler (0,5 aus 2), Manfred Gamper (0,5 aus 1), Sigmund Roner (0,5 aus 1) sind in erster Linie dem ersten und dritten Brett zu verdanken, wobei ganz besonders die Leistung des jungen Nicholas mit einer 100%-Ausbeute aus allen Begegnungen hervorzuheben ist.

 

KLAUSEN

Dem Meister des Jahres 2007 blieb, trotz Sieg gegen Gröden und Unentschieden gegen Naturns, nur der magere sechste Platz mit 14 Mannschaftspunkten und 39 Brettpunkten.


Gerd Schacher (8 aus 10), Karl Schrott (3,5 aus 4), Reinhard Seebacher (7 aus 11), Ernst Schrott (5 aus 11), Johann Schrott (5 aus 11), Ingenuin Sigmund (7,5 aus 11), Robert Blasbichler (2,5 aus 4), Michael Seebacher (0,5 aus 2) hätten sicherlich mehr herausholen können, wenn das zweite Brett öfters gespielt hätte.

 

ARCI BOZEN

Mit einer Kluft von fünf Punkten Abstand zum Sechsten kam Arci Bozen auf den siebten Rang, was dennoch eine äußerst zufriedenstellende Platzierung darstellt.

9 Mannschaftspunkte und 28,5 Brettpunkte erreichten Gaetano Rinaldo (3,5 aus 11), Klaus Pichler (2,5 aus 11), Luca D’Ambrosio (6,5 aus 11), Marco Pollana (4,5 aus 11), Fabio Tessarollo (3,5 aus 10), Ranko Adzic (7 aus 10) und Roberto Rizzardi (1 aus 2).

Bemerkenswert dabei ist die mannschaftliche Geschlossenheit. 

 

EHRENBURG

Der achte Platz mit 8 Mannschaftspunkten und 28 Brettpunkten lag für Ehrenburg sicherlich unter den Erwartungen.

Ein konsequenter Einsatz der ersten beiden Bretter hätte wohl leicht einen Sprung nach oben in der Tabelle erlaubt.

Elf Spieler waren im Einsatz: Florian Gatterer (2 aus 4), Christian Hengl (1 aus 1), Matthias Gatterer (6 aus 11), Lino Mairhofer (5 aus 11), Alexander Gruber (4 aus 10), Lukas Pfeifhofer (2,5 aus 3), Tobias Flatscher (0,5 aus 4), Martin Mitterhofer (2,5 aus 8), Alex Messner (1,5 aus 4), René Mairhofer (2,5 aus 6), Hannes Messner (0 aus 1) und Peter Craffonara (0,5 aus 1).

 

RICHTER/LASK BOZEN

Der neunte Platz von Richter/Lask Bozen mit nur 7 Mannschaftspunkten und 30,5 Brett-punkten ist eindeutig zu wenig. Kaum einer hätte geglaubt, dass das schwache Abschneiden des Vorjahres „übertroffen“ hätte werden können.

Die Aufstellungsnöte dieser Mannschaft – der Meister des Jahres 2004 – sind seit Jahren bekannt. In Bestbesetzung meisterreif, in Notaufstellung beinahe abstiegsgefährdet, dies ist die Bewertung dieser selten homogenen Mannschaft.

Patrick Scharrer (1 aus 2), Stefano Moncher (1 aus 4), Giuseppe Voltolini (6 aus 7), Atto Billio (0 aus 2), Maurizio Bevilacqua (3,5 aus 7), Giuseppe Palmisano (0 aus 3), Gianfranco Rigo (0,5 aus 1), Arturo Giuliano (8 aus 10), Martin Kowalczyk (3 aus 8), Attilio Muscolino (4 aus 8), Sergio Bonseri (1 aus 2), Gaetano Ingannamorte (0,5 aus 1), Ferdinand Hell (1 aus 3), Walter Hermeter (1 aus 2), Rudi Scharrer (0 aus 2), Isabel Scharrer (0 aus 1), Markus Hilpold (0 aus 1) waren die eingesetzten Spieler.

 

TRAMIN/KALTERN II

Die zweite Mannschaft der Spielgemeinschaft Tramin/Kaltern schlug sich recht wacker und erzielte den zehnten Platz mit 6 Mannschaftspunkten und 23 Brettpunkten.

Dazu haben Alex Unterkofler (2,5 aus 10), Mirko Waldner (4 aus 7), Erich Leimgruber (4 aus 10), Rainer Dibiasi (4,5 aus 10), Armin Sinner (4,5 aus 11), Wilfried Sanin (3 aus 11), Helmut Enderle (0 aus 1), Helmuth Stadler (0 aus 1), Manfred Gamper (0 aus 2) und Renate Kerschbaumer (0,5 aus 1) beigetragen.

 

ST. MARTIN IN PASSEIER

Das erste Jahr in der A-Liga ist sicherlich nicht schlecht gelaufen, wurden doch 4 Mannschaftspunkte und 19 Brettpunkte erzielt und somit der vorletzte Rang belegt.

Für den Verbleib in der A-Liga reichte es nicht, doch zwei klare Siege gaben Grund zur Freude.

Folgende Spieler wurden eingesetzt: Michael Pichler (3,5 aus 6), Klaus Pirpamer (2,5 aus 6), Günther Fauster (1,5 aus 10), Josef Kofler (2,5 aus 8), Siegfried Kofler (1,5 aus 4), Stefan Pfitscher (1 aus 2), Karl Ennemoser (2 aus 7), Alexander Pfitscher (0 aus 3), Hannes Kofler (1,5 aus 2), Manuel Kofler (1,5 aus 4), Augustin Heel (0,5 aus 6), Max Raich (1 aus 4), Joachim Raich (0 aus 1) und Mathias Lanthaler (0 aus 2).

 

DEUTSCHNOFEN

Den letzten Platz nahm Deutschnofen ein und zwar mit einem Mannschaftspunkt und 13 Brettpunkten.

Zusammen mit St. Martin in Passeier werden Othmar Gibitz (1 aus 11), Lukas Pichler (0,5 aus 10), Alois Hofer (3 aus 9), Markus Thurner (4 aus 11), Alois Mittermair (0 aus 9), Hubertus Pichler (4 aus 9), Evi Anrather (0,5 aus 4) und Fabian Ebner (0 aus 2) nächstes Jahr wieder in der B-Liga spielen.

Rainer Demetz gewinnt internen Wettstreit

von Ruben  Bernardi

Nach vier Jahren trug der Schachclub Gröden wieder eine Vereinsmeisterschaft aus, die in der Aula Magna des Kindergartens „La Salieta“ in St. Ulrich stattfand.

Für das 7-rundige im Schweizersystem durchgeführte Turnier meldeten sich erfreulicherweise 22 Spieler und Spielerinnen. Die Bedenkzeit war mit einer Stunde pro Spieler für die ganze Partie relativ knapp bemessen, sodass gar einige Teilnehmer mit erheblichen Zeitnotproblemen konfrontiert wurden. Gespielt wurde im Zeitraum Ende Juli bis Anfang September 2006.

Im Laufe der Meisterschaft kam es zu sehr interessanten Begegnungen. Modusbedingt war es jedoch bei der niedrigen Anzahl der Runden nicht möglich, sämtliche starken Spieler gegeneinander spielen zu lassen, was einige Überraschungen in der Tabelle zur Folge hatte.

Der Kampf um die vordersten Plätze blieb daher bis zur Schlussrunde offen, sodass bei allen möglichen Endergebnissen gar vier verschiedene Spieler den ersten Platz erringen konnten.

Nach kompromisslosem und spannendem Kampf endete das Spitzenduell zwischen Ruben Bernardi und Rainer Demetz nach wechselhaftem Verlauf zu Gunsten des letzteren, der sich nach sieben Runden mit 6,5 Punkten  den dritten Meisterschaftstitel nach 1993 und 2002 sicherte.

Der Senior des Turniers, Richard Moroder, behielt überraschenderweise gegen den früheren Spitzenreiter Christian Grossi die Oberhand und verhalf somit seinem Sohn Stefan Moroder (zweifacher Vereinsmeister), welcher den stark aufspielenden Iacun Prugger besiegen und 5,5 Punkte erzielen konnte, zum zweiten Rang, während seinem Gegner mit fünf Punkten der dritte Platz blieb.

Auf den weiteren Rängen folgten, immer mit fünf Punkten, aber schlechterer Buchholzwertung, Ruben Bernardi (bereits vierfacher Vereinsmeister) und Richard Moroder, sowie mit vier Punkten Iacun Prugger, der sich noch vor Milan Pocuca, ebenfalls mit vier Punkten, einreihen konnte und daher bester Jugendspieler wurde.

Nach der Endrunde fand die Preisverteilung statt und alle Teilnehmer hatten, zusätzlich zur Gewissheit, bei einer spannenden Vereinsmeisterschaft mitgespielt zu haben, auch das Gefühl, ein äußerst nützliches Training absolviert zu haben.

 

Endstand: