Kommentar zur 41. SMM 2009/10

Zunächst ein herzliches Dankeschön an den Südtiroler Schachbund für die reibungslose Austragung der gesamten SMM und an den Schachclub Ridnaun für die Organisation der Finalrunde und das sagenhafte Buffet!

 

1. Landesmeister Gröden

Der Verfasser hatte schon in den Kommentaren zu den vergangenen Südtiroler Mannschaftsmeisterschaften regelmäßig betont, dass der jeweilige Landesmeister verdientermaßen den Titel errungen hatte. Dies kann wohl auch dieses Jahr behauptet werden.

Aufbauend auf die Siege in den ersten vier Runden und trotz einer kurzen Krise in der Woche zwischen dem 9. und 16. Jänner 2010 hat sich Gröden seinen 14. Landesmeistertitel durch überzeugende Leistungen in den letzten fünf Runden erkämpft. Die spannende Begegnung mit Kaltern/Tramin I in der Finalrunde in Ridnaun wird noch lange in Erinnerung bleiben. Es klingt sehr abgedroschen, aber die einzelnen Spieler haben auch nach der sechsten Runde immer daran geglaubt, dass die Meisterschaft noch zu gewinnen ist. Der gegenseitige Ansporn bewirkt wahrlich viel!

Es ist müßig, darüber zu sinnieren, dass in der fünften Runde gegen Richter/Lask Bozen auf Brett 4 ein Sieg zum Verlust vermasselt worden ist und dass in der sechsten Runde gegen Klausen auf Brett 2 ein Remis durch dreimalige Zugwiederholung nicht reklamiert worden ist, was in beiden Fällen den Mannschaftssieg für Gröden und daher 3 Mannschaftspunkte mehr bedeutet hätte. Auch Kaltern/Tramin I könnte mit dem Schicksal hadern, was den Verlauf einiger Partien der Finalrunde anbelangt. Dasselbe gilt bestimmt auch für alle anderen Mannschaften. Glück und Pech – sofern man diese Ausdrücke überhaupt in den Mund nehmen will, statt von besseren oder schlechtern Zügen zu sprechen – heben sich im Laufe der Saison auf.

Wichtig und bedeutend ist, dass in den letzten Jahren die Siegermannschaft im Laufe der Meisterschaft Federn hat lassen müssen und es keinen Durchmarsch gegeben hat, sondern spannende Kämpfe bis zur letzten Partie.

Gröden reichten zum Sieg 19 Mannschafts- und 46,5 Brettpunkte.

Stefan Moroder (3,5 aus 10), Martin Oberrauch (0 aus 1), Ruben Bernardi (9,5 aus 11), Rainer Demetz (9 aus 10), Thomas Moroder (6,5 aus 11), Christian Grossi (7,5 aus 10), Franz Prinoth (8 aus 10), Milan Pocuca (1 aus 1), Herbert Grossrubatscher (1 aus 1) und Matteo Scola (0,5 aus 1) waren die zehn eingesetzten Spieler. Es ist daher nicht übertrieben, von mannschaftlicher Geschlossenheit zu sprechen, da die sechs Spieler der Kernmannschaft (Stefan, Ruben, Rainer, Thomas, Christian und Franz) 62 von 66 Partien ausgetragen haben und von den anderen vier Spielern (Martin, Milan, Herbert und Matteo) jeweils einer zu den restlichen 4 Partien angetreten ist. Dennoch hat jeder einzelne seinen wertvollen Beitrag zum Landesmeistertitel geleistet.

Wenn man eine Person hervorheben soll, dann Ruben Bernardi: nicht nur, weil er die meisten Punkte (mehr als ein Fünftel der Gesamtbrettpunkte) beigesteuert hat, sondern auch, weil er als Vereinspräsident unermesslich viel Energie und Zeit zum Wohl des S.C. Gröden aufgewendet hat, was sich auch eindeutig auf die Leistungen und die Begeisterung aller drei Mannschaften des Vereins positiv ausgewirkt hat.

 

2. Vizemeister Richter/Lask Bozen I

Nach anfänglichen Schwierigkeiten (Heimniederlage gegen Naturns) ist Richter/Lask Bozen I, nicht nur auf Grund des Elo-Durchschnitts seiner Stammmannschaft (über 2100!), sondern auch dank der von Runde zu Runde erzielten Ergebnisse, zum ersten Titelanwärter avanciert und an die Spitze der Tabelle gerückt. Den Lauf der Bozner hat aber gerade der Stadtrivale Gries mit einem heißumkämpften Unentschieden in der neunten Runde aufgehalten. Bis zum Schluss ist der Meistertitel in Reichweite gewesen, letztlich sind aber bei Mannschaftspunktegleichheit mit Gröden (je 19) die 43,5 erzielten Brettpunkte um drei zu wenig gewesen. Bei Gleichstand auch der Brettpunkte hätte nämlich die direkte Begegnung mit Gröden den Ausschlag zu Gunsten des Landesmeisters des Jahres 2004 gegeben. Nachdem in den letzten drei Meisterschaften ein neunter, ein achter und ein vierter Platz herausgeschaut haben, ist der insgesamt dritte Vizemeistertitel nach 2003 und 2006 keineswegs zu verschmähen. 

 

3. Drittplatzierter Kaltern/Tramin I

Natürlich ist es bitter, auf der Schlusslinie abgefangen zu werden und dann „nur“ mehr an dritter Stelle zu stehen, aber die zwei Niederlagen gegen die direkten Titelkonkurrenten sind zuviel gewesen. Dennoch kann sich das Ergebnis des Landesmeisters des Jahres 2008 sehen lassen: der mit 18 Mannschafts- und 41,5 Brettpunkten erzielte dritte Rang ist der zweite Podestplatz in der noch jungen Geschichte von Kaltern/Tramin. Ohne den Verlust gegen Richter/Lask Bozen I hätte die Unterlandler Spielgemeinschaft den Titel bereits vor der letzten Runde unter Dach und Fach gebracht. Hervorzuheben ist die Sportlichkeit und Fairness der Spieler von Kaltern/Tramin I bei der Finalrunde.

 

4. Naturns

Nach dem Vizemeistertitel des vorigen Jahres ist Naturns auch für diese Saison als Mitfavorit in die Meisterschaft gegangen. Nach dem überzeugenden Sieg gegen Richter/Lask Bozen I hat die Niederlage gegen Kaltern/Tramin I in der dritten Runde die Vinschger eingebremst. Entscheidend für den Meisterschaftsausgang ist dann die achte Runde im Auswärtsspiel gegen Gröden gewesen. Bei einem Sieg der Naturnser wären dieselben, bei gleichbleibenden anderen Resultaten, Landesmeister geworden. Die Ausbeute von 17 Mannschafts- und 46,5 Brettpunkten (das sind genau so viele Brettpunkte wie Gröden, allerdings ist dabei ein 6 : 0 Forfait-Sieg wegen Nichtantreten von Ehrenburg dabei) hat nur für den undankbaren vierten Platz gereicht.

5. Gries Bozen

Der fünfte Platz mit 15 Mannschafts- und 40 Brettpunkten kann nur zum Teil den Schachclub Gries zufrieden stellen. Mit einer derart ausgeglichenen Mannschaft müsste wohl mehr zu erreichen sein. Die Begegnungen gegen Gröden und Kaltern/Tramin sind nur ganz knapp verloren gegangen und es sind drei Unentschieden gegen Naturns, Richter/Lask Bozen und Klausen erreicht worden, sodass jeweils nur wenig zu einem Mannschaftssieg gefehlt hat. Das Potenzial für einen SMM-Sieg ist, genauso wie bei Naturns, sicherlich vorhanden, vielleicht fehlt nur noch die notwendige Zuversicht und ein stärkeres Mannschaftsdenken.

6. Klausen

Mit 13 Mannschafts- und 37,5 Brettpunkten hat Klausen den sechsten Rang erspielt, ganze vier Mannschaftspunkte vor dem Nächstplatzierten. Außer dem Unentschieden gegen Gröden haben die Klausner eine eher durchwachsene Meisterschaft gespielt: zu stark für die Mannschaften der unteren Tabellenhälfte, jedoch nicht gut genug für jene der oberen. Dies widerspiegelt die Leistungen von Klausen in den vergangenen Jahren, mit Ausnahme des Jahres 2007, in welchem Klausen den vierten Landesmeistertitel erobert hatte. Gerade der letzte Umstand beweist, dass die Eisacktaler mehr erreichen könnten.

7. Arci Bozen I

Der siebte Platz der ersten Mannschaft von Arci Bozen mit 9 Mannschafts- und 29 Brettpunkten hat die Platzierung des Vorjahres bestätigt (mit einem halben Brettpunkt mehr!), was unterstreicht, dass diese Mannschaft sich endgültig in der A-Liga etabliert hat und für jede Mannschaft ein ernst zu nehmender Gegner ist.

8. Brixen/Milland

Nach Auflösung der Spielgemeinschaft Bruneck/Brixen hat der Schachclub Brixen/Milland wieder allein die A-Liga bestritten und dabei mit 8 Mannschafts- und 31 Brettpunkten problemlos den achten Tabellenrang erreicht.

9. Ehrenburg

Mit 7 Mannschafts- und 25,5 Brettpunkten hat sich Ehrenburg den neunten Platz beschert. Leider ist unter den Niederlagen eine wegen Nichtantreten dabei. In Vollbesetzung können die Pusterer jede Mannschaft in Gefahr bringen, was die Finalrunde gezeigt hat, in welcher der Vizemeister nur knapp mit 3,5 zu 2,5 die Oberhand behalten hat. Wenn man bedenkt, dass die Durchschnittselozahl der Stammmannschaft höher ist als jene von Naturns, darf man sich von Ehrenburg viel mehr erwarten.

10. Richter/Lask Bozen II

Von den s.g. zweiten Mannschaften hat sich jene von Richter/Lask Bozen eindeutig als die stärkste erwiesen. Mit 4 Mannschafts- und 24 Brettpunkten hat sich Richter/Lask Bozen II den zehnten Platz gesichert und den Abstieg in die B-Liga vermieden.

11. Arci Bozen II

Die zweite Garnitur von Arci Bozen hat den elften und vorletzten Platz eingenommen, wobei 2 Mannschafts- und 10 Brettpunkte erzielt worden sind. Für eine Mannschaft, die direkt von der C- in die A-Liga aufgestiegen ist, ist dies allemal ein Achtungserfolg, zumal die stärker eingestufte zweite Mannschaft von Kaltern/Tramin besiegt worden ist! Der Abstieg in die B-Liga ist daher keineswegs eine Tragödie.

12. Kaltern/Tramin II

Das Schlusslicht der Tabelle bildet die zweite Mannschaft der Spielgemeinschaft von Kaltern/Tramin. Mit einem Mannschaftspunkt und 21 Brettpunkten ist wahrlich nicht mehr zu erreichen gewesen, was den Abstieg in die B-Liga bedeutet.

 

Schriftführer SC Gröden

Rainer Demetz

Kommentar zur 39. SMM 2007/08

Man kann wohl betonen, dass die kürzlich beim Finale in Klausen am 15.03.2008 im würdigen (aber sehr engen!) Rahmen abgeschlossene 39. Südtiroler Mannschaftsmeisterschaft an Spannung, Dramatik und Überraschungen nichts mehr zu überbieten hatte.

Sowohl die Entscheidung um den Landesmeistertitel und die weiteren Podestplätze, als auch der Kampf gegen den Abstieg lieferten derart viele unerwartete Wendungen, dass auch der erfahrenste Drehbuchautor keinen atemberaubenderen Schachkrimi hätte erfinden können.

Schon der Umstand, dass in einem einzigen Saal sämtliche Begegnungen stattfinden, erlaubt es, laufend Berechnungen und Mutmaßungen über den möglichen Endplatz der jeweiligen Mannschaften anzustellen. Man stelle sich nur vor, dass zum Beispiel Tramin/Kaltern I einen jeden der ersten fünf Plätze einnehmen hätte können!

 

Neuer Landesmeister Tramin/Kaltern I

Jede Mannschaft, die den Landesmeistertitel erringt, hat ihn redlich und verdient gewonnen.

Dies gilt auch im besonderen Maße für die erste Mannschaft der Spielgemeinschaft Tramin/ Kaltern.

Neun Siege und nur zwei Niederlagen reichten für den ersten Platz.

Dass die höchsten Siege nie höher als mit 4,5 zu 1,5 ausfielen und dass die Gesamtbrettpunktezahl lediglich 39 betraf, tut nichts zur Sache.

Den Ausschlag gab letztendlich die mannschaftliche Geschlossenheit und Kompaktheit.

Die Niederlage gegen Gröden in Höhe von 0,5 zu 5,5 kam hauptsächlich deshalb zustande, weil den Überetschern drei Stammspieler fehlten und durch Mirko Waldner, Alex Unterkofler und Klaus Unterkofler ersetzt werden mussten, welche somit das einzige Mal zum Einsatz kamen (jeweils 0 aus 1). Ansonsten trat das Sextett bestehend aus Alexander Bertagnolli (7 aus 10), Gerhard Bertagnolli (6 aus 11), Nicholas Paltrinieri (8 aus 11, bestes Ergebnis seiner Mannschaft!), Giovanni Dallaglio (3,5 aus 10), Elmar Thaler (7,5 aus 9) und Horst Kerschbaumer (4,5 aus 9) mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit an. Sigmund Roner bildete dabei eine verlässliche Reserve (2,5 aus 3).

Ein herzliches Bravo nochmals an Tramin/Kaltern I, über dessen Mannschaft wohl auch der Geist des allzu früh verstorbenen Paul Widmann wachte.

Vizemeister Bruneck/Brixen I

Es ist sicherlich bitter, den greifbar nahen Landesmeistertitel in wahrlich letzter Minute zu verlieren. Dass dabei auch gar ein dritter Platz herausschauen hätte können, ist ein schwacher Trost.

Die Brettpunktezahl war mit 49,5 die höchste der gesamten Meisterschaft. Jedoch reichten acht Siege und ein Unentschieden nur für 17 Mannschaftspunkte, waren doch die Niederlagen in den letzten beiden Runden (!) gegen Naturns I und Gröden entscheidend.

Wenn man die Einzelergebnisse überprüft, haben alle Spieler positive Resultate erbracht. Hervorzuheben sind dabei jene von Michael Sader (9 aus 11), Andreas Peintner und Daniel Brenninger (jeweils 8,5 aus 11). Aber auch jene von Carlo Micheli (5,5 aus 8), Patrick Moling (6,5 aus 9), Kurt Trenkwalder (4,5 aus 5), Thomas Kofler (1,5 aus 3), Lukas Wisthaler (3 aus 5), Oswald Kofler (1,5 aus 2) und Stephan Hellweg (1 aus 1) können sich sehen lassen.

Vielleicht hätte bei der Begegnung mit Naturns I die stärkste Aufstellung antreten müssen?

Dass im letzten Spiel Gröden I der ersten Mannschaft der Spielgemeinschaft der Städte Bruneck und Brixen den Sieg beinahe kampflos überlassen würde, war wohl nicht zu erwarten.  

Naturns I

Über den Verlauf und Ausgang des Finalspieles gegen Ehrenburg wird Naturns I noch wohl lange hadern, hätte doch schon ein Unentschieden für den ersten Meistertitel gereicht!

Vielleicht fehlte es in diesem Zusammenhang einfach an Mannschaftsdenken und -disziplin.

Ebenso wie beim Vizemeister standen acht Siegen und einem Unentschieden zwei Niederlagen gegenüber. Die erzielten 17 Punkte und eine Gesamtbrettpunktezahl von 41 reichten für den dritten Platz, ein Endergebnis, das sich trotzdem allemal sehen lässt!

Den überragenden Leistungen der beiden Spitzenbretter Josko Mukic (9 aus 11) und Patrick Scharrer (6 aus 7) folgten die eher durchwachsenen Ergebnisse von Hans Unterthurner (5 aus 10), Hanspeter Kaserer (5 aus 11), Martin Torggler (6 aus 11), Norbert Nägele (4 aus 7), Christoph Pichler (4 aus 6). Zum Einsatz kamen auch die beiden Reserven Thomas Gurschler (1 aus 1) und André Christanell (1 aus 2).

Gröden I

Natürlich war der vierte Platz nicht das gelbe vom Ei.

Im Gegensatz zu anderen Mannschaften versuchte Gröden I, auch nach insgesamt drei Niederlagen, das Beste aus einer verkorksten Meisterschaft zu machen und noch so weit wie möglich vorne zu landen.

Mit acht Siegen und 16 Punkten und 43 Brettpunkten wurde in letzter Sekunde Gries Bozen I überholt.

Dass es mehr hätte werden können, beweist der Umstand, dass zum ersten Platz lediglich noch zwei Mannschaftspunkte fehlten und dass sowohl der Landesmeister als auch der Vizemeister besiegt wurden.

Wiederum erzielte Ruben Bernardi das beste Einzelergebnis (8 aus 11). Die Resultate der anderen Bretter: Rainer Demetz (7,5 aus 11), Martin Oberrauch (2 aus 3), Thomas Moroder (5 aus 10), Stefan Moroder (6,5 aus 8), Christian Grossi (7 aus 11), Franz Prinoth (4,5 aus 9), Matteo Scola (1 aus 1), Milan Pocuca (1 aus 1) und Franz Schrott (0,5 aus 1).

Andere Mannschaften

Gries Bozen I verfehlte mit 14 Punkten und gar 45 Brettpunkten denkbar knapp den dritten Gesamtrang. Ein Sieg gegen den neuen Meister Tramin/Kaltern I hätte dies ermöglicht und die Überetscher gar auf den fünften Platz zurückgedrängt!

Ehrenburg I nahm schließlich noch den sechsten Platz ein, punktegleich vor Klausen I an siebter Stelle mit ebenfalls 10 Punkten.

Richter/Lask Bozen I belegte den achten Rang mit 9 Punkten.

Überraschend die Leistung von Tramin/Kaltern II, das mit 8 Punkten den neunten Platz einnahm, während in letzter Sekunde Bruneck/Brixen II mit 6 Punkten sensationell den rettenden zehnten Rang mit einem Sieg gegen Klausen einfuhr.

Den Weg in die B-Liga müssen Arci Bozen I mit 5 Punkten und Naturns II mit 2 Punkten antreten.

KOMMENTAR ZUR 40. SÜDTIROLER MANNSCHAFTSMEISTERSCHAFT 2008/09

 von Rainer Demetz

Die Einführung der gemeinsamen Finalrunde der A-Liga und dann auch der B-Liga durch den SSB hat sich von Jahr zu Jahr immer mehr als Glückstreffer erwiesen.

Die spannungsgeladenen letzten Runden der vergangenen Meisterschaften hatten es wahrlich in sich!

Freilich war und ist damit eine Menge Arbeit verbunden, sowohl für den veranstaltenden Verein, als auch für den Südtiroler Schachbund, denen hiermit ein besonderer Dank aus-gesprochen wird.

Dieses Jahr hat sich der Schachclub Deutschnofen für die Ausrichtung des Finales am 4. April 2009 bereit gestellt. Über die vorzügliche Organisation gebührt den Hausherren das Lob aller Beteiligten.

Nun zum eigentlichen Sportsgeschehen.

Wie es der Pressereferent des SSB, Martin Kowalczyk, treffend ausgedrückt hat, ist es Gröden am Schlusstag gelungen, Naturns, wie bei einem Radrennen, auf den letzten hundert Metern einzuholen und zu überholen.

Selbstverständlich bedurfte es dabei der tatkräftigen Hilfe der Brixner Mannschaft, die mit bemerkenswertem Einsatz den Spitzenreiter Naturns mit 4 : 2 besiegte und somit der Spiel-gemeinschaft Bruneck/Brixen den dritten Platz sicherte und Gröden zum Meister machte.

Die Vorarbeit dazu leistete schon Klausen mit dem 3 : 3 Unentschieden gegen Naturns in der vorletzten Runde.

Allerdings war es auch Klausen, das als einzige Mannschaft in der 2. Runde Gröden mit 3,5 : 2,5 besiegte und so den Weg für den unvollendeten Durchmarsch der Naturnser ebnete.

Wie dem auch sei: am Ende zählen die Punkte, unabhängig in welcher Reihenfolge sie erzielt wurden.

 

GRÖDEN

Nach einer Durststrecke von sechs Jahren – während welcher man dreimal mit dem Vizemeistertitel vorliebnehmen musste, zweimal den dritten Rang und letztes Jahr den vierten Platz erreichte – ist es dem Schachclub Gröden wieder gelungen, den Landesmeistertitel, den insgesamt 13. seiner Vereinsgeschichte, zu erobern.

Dass Gröden ein würdiger Meister ist, wird von vielen Schachfreunden bestätigt und kann kaum angezweifelt werden.

In der Tat haben die Ladiner 19 Mannschaftspunkte und insgesamt 47 Brettpunkte gesammelt.

Neun Spieler sind am Erfolg konkret beteiligt gewesen: Martin Oberrauch (1,5 aus 4), Stefan Moroder (6,5 aus 10), Ruben Bernardi (6,5 aus 10), Rainer Demetz (10 aus 11), Thomas Moroder (7,5 aus 10), Christian Grossi (5 aus 8), Franz Prinoth (7,5 aus 10), Herbert Grossrubatscher (1,5 aus 2) und Milan Pocuca (1 aus 1).

Ein Beweis, dass diesmal die Aufstellung der Grödner Mannschaft gelungen ist und wirklich alle Spieler an der Erringung des Meistertitels wesentlichen Anteil haben.

Hervorzuheben ist allerdings die Leistung von Franz Prinoth – Jahrgang 1937 (!) und in den 60-er-Jahren des vorigen Jahrhunderts einer der besten Südtiroler Schachspieler – der mit seinen 72 Jahren wie ein Löwe gekämpft und 75% der Punkte errungen hat. 

Der Meistertitel wird dem allzu früh verstorbenen Franz Schrott gewidmet, der damit seine helle Freude gehabt hätte.

 

NATURNS
Natürlich stand den Naturnser Spielern die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, denn bitter ist es, die lange Tabellenführung gerade am letzten Tag abgeben zu müssen. Die Nervosität am Schlusstag war geradezu greifbar. Wenn voriges Jahr Ehrenburg zum Stolperstein geworden war, so wurde es dieses Jahr eine rein Brixner Mannschaft.

Dessen ungeachtet ist auch der Vizemeistertitel nicht zu verschmähen, zumal am Anfang des Jahres ein Podestrang ins Visier genommen und letztendlich auch erreicht wurde.

18 Mannschaftspunkte und 45 Brettpunkte waren die Ausbeute von Josko Mukic (9,5 aus 11), Stefano Bonagura (8 aus 11), Hans Unterthurner (6,5 aus 10), Hanspeter Kaserer (5 aus 11), Martin Torggler (6 aus 10), Norbert Nägele (8,5 aus 11), Thomas Gurschler (1 aus 1) und Raimund Nägele (0,5 aus 1).

Wird den Vinschgern in Zukunft mehr Glück beschieden sein?

 

BRUNECK/BRIXEN

Der dritte Rang für die Spielgemeinschaft Bruneck/Brixen wurde am Schlusstag von einer reinen Eisacktaler Besetzung erkämpft. Dies unterstreicht abermals das Potential dieser Spielgemeinschaft, die ja bekanntlich in den Jahren 2003, 2005 und 2006 drei Meistertitel eingeheimst hatte.

Die ganze Meisterschaft hindurch waren zwar sieben Brixner, jedoch nur zwei Brunecker im Einsatz.

Michael Sader (5,5 aus 10), Patrick Moling (7 aus 10), Andreas Peintner (5 aus 9), Kurt Trenkwalder (1,5 aus 4), Daniel Brenninger (7,5 aus 11), Lukas Wisthaler (7 aus 10), Thomas Kofler (6 aus 8), Oswald Kofler (2,5 aus 3) und Helmut Pfeifhofer (0 aus 1) erzielten 16 Mannschaftspunkte und 42 Brettpunkte.

Am Schlusstag der SMM gab es vermehrt Stimmen, die ein Auseinandergehen der beiden Schachclubs Brixen und Bruneck voraussagten. Wird diese geographisch nicht leicht nachvollziehbare Zweckehe noch weiterbestehen können?

GRIES BOZEN

Um 1,5 Brettpunkte wurde der dritte Platz verfehlt. Seit 2004 konnte sich Gries Bozen nicht mehr unter die ersten Drei reihen.

Der vierte Platz mit 16 Mannschaftspunkten und 40,5 Brettpunkten ist für Martin Paulmichl (4,5 aus 11), Maximilian Spornberger (6,5 aus 10), Fritz Prosser (2,5 aus 4), Harald Niederstätter (6 aus 11), Giovanni Benaglia (4,5 aus 6), Diego Fongarolli (8 aus 10), Massimo Zammarchi (4,5 aus 7), Christoph Mair (1 aus 1), André Spornberger (2,5 aus 5) und Peter Spornberger (0,5 aus 1) sicherlich nicht ganz zufriedenstellend.

Ein schwacher Trost mag sein, dass ein Platz vor den Meistern von 2007 und 2008 erzielt wurde.

Wer weiß, was alles möglich gewesen wäre, wenn Fritz Prosser öfter spielen hätte können...!

 

TRAMIN/KALTERN I

Dass dem Vorjahresmeister die Titelverteidigung gelingen würde, war von Anfang an eher zu bezweifeln. Dass jedoch am Ende nur der fünfte Platz herausschaute, lag wohl unter den Erwartungen.

Die 14 Mannschaftspunkte und 40,5 Brettpunkte von Alexander Bertagnolli (7 aus 8), Gerhard Bertagnolli (3,5 aus 9), Nicholas Paltrinieri (11 aus 11), Giovanni Dallaglio (4,5 aus 9), Elmar Thaler (4 aus 10), Horst Kerschbaumer (5,5 aus 10), Alex Unterkofler (1 aus 1), Mirko Waldner (1 aus 1), Helmut Enderle (1,5 aus 2), Helmuth Stadler (0,5 aus 2), Manfred Gamper (0,5 aus 1), Sigmund Roner (0,5 aus 1) sind in erster Linie dem ersten und dritten Brett zu verdanken, wobei ganz besonders die Leistung des jungen Nicholas mit einer 100%-Ausbeute aus allen Begegnungen hervorzuheben ist.

 

KLAUSEN

Dem Meister des Jahres 2007 blieb, trotz Sieg gegen Gröden und Unentschieden gegen Naturns, nur der magere sechste Platz mit 14 Mannschaftspunkten und 39 Brettpunkten.


Gerd Schacher (8 aus 10), Karl Schrott (3,5 aus 4), Reinhard Seebacher (7 aus 11), Ernst Schrott (5 aus 11), Johann Schrott (5 aus 11), Ingenuin Sigmund (7,5 aus 11), Robert Blasbichler (2,5 aus 4), Michael Seebacher (0,5 aus 2) hätten sicherlich mehr herausholen können, wenn das zweite Brett öfters gespielt hätte.

 

ARCI BOZEN

Mit einer Kluft von fünf Punkten Abstand zum Sechsten kam Arci Bozen auf den siebten Rang, was dennoch eine äußerst zufriedenstellende Platzierung darstellt.

9 Mannschaftspunkte und 28,5 Brettpunkte erreichten Gaetano Rinaldo (3,5 aus 11), Klaus Pichler (2,5 aus 11), Luca D’Ambrosio (6,5 aus 11), Marco Pollana (4,5 aus 11), Fabio Tessarollo (3,5 aus 10), Ranko Adzic (7 aus 10) und Roberto Rizzardi (1 aus 2).

Bemerkenswert dabei ist die mannschaftliche Geschlossenheit. 

 

EHRENBURG

Der achte Platz mit 8 Mannschaftspunkten und 28 Brettpunkten lag für Ehrenburg sicherlich unter den Erwartungen.

Ein konsequenter Einsatz der ersten beiden Bretter hätte wohl leicht einen Sprung nach oben in der Tabelle erlaubt.

Elf Spieler waren im Einsatz: Florian Gatterer (2 aus 4), Christian Hengl (1 aus 1), Matthias Gatterer (6 aus 11), Lino Mairhofer (5 aus 11), Alexander Gruber (4 aus 10), Lukas Pfeifhofer (2,5 aus 3), Tobias Flatscher (0,5 aus 4), Martin Mitterhofer (2,5 aus 8), Alex Messner (1,5 aus 4), René Mairhofer (2,5 aus 6), Hannes Messner (0 aus 1) und Peter Craffonara (0,5 aus 1).

 

RICHTER/LASK BOZEN

Der neunte Platz von Richter/Lask Bozen mit nur 7 Mannschaftspunkten und 30,5 Brett-punkten ist eindeutig zu wenig. Kaum einer hätte geglaubt, dass das schwache Abschneiden des Vorjahres „übertroffen“ hätte werden können.

Die Aufstellungsnöte dieser Mannschaft – der Meister des Jahres 2004 – sind seit Jahren bekannt. In Bestbesetzung meisterreif, in Notaufstellung beinahe abstiegsgefährdet, dies ist die Bewertung dieser selten homogenen Mannschaft.

Patrick Scharrer (1 aus 2), Stefano Moncher (1 aus 4), Giuseppe Voltolini (6 aus 7), Atto Billio (0 aus 2), Maurizio Bevilacqua (3,5 aus 7), Giuseppe Palmisano (0 aus 3), Gianfranco Rigo (0,5 aus 1), Arturo Giuliano (8 aus 10), Martin Kowalczyk (3 aus 8), Attilio Muscolino (4 aus 8), Sergio Bonseri (1 aus 2), Gaetano Ingannamorte (0,5 aus 1), Ferdinand Hell (1 aus 3), Walter Hermeter (1 aus 2), Rudi Scharrer (0 aus 2), Isabel Scharrer (0 aus 1), Markus Hilpold (0 aus 1) waren die eingesetzten Spieler.

 

TRAMIN/KALTERN II

Die zweite Mannschaft der Spielgemeinschaft Tramin/Kaltern schlug sich recht wacker und erzielte den zehnten Platz mit 6 Mannschaftspunkten und 23 Brettpunkten.

Dazu haben Alex Unterkofler (2,5 aus 10), Mirko Waldner (4 aus 7), Erich Leimgruber (4 aus 10), Rainer Dibiasi (4,5 aus 10), Armin Sinner (4,5 aus 11), Wilfried Sanin (3 aus 11), Helmut Enderle (0 aus 1), Helmuth Stadler (0 aus 1), Manfred Gamper (0 aus 2) und Renate Kerschbaumer (0,5 aus 1) beigetragen.

 

ST. MARTIN IN PASSEIER

Das erste Jahr in der A-Liga ist sicherlich nicht schlecht gelaufen, wurden doch 4 Mannschaftspunkte und 19 Brettpunkte erzielt und somit der vorletzte Rang belegt.

Für den Verbleib in der A-Liga reichte es nicht, doch zwei klare Siege gaben Grund zur Freude.

Folgende Spieler wurden eingesetzt: Michael Pichler (3,5 aus 6), Klaus Pirpamer (2,5 aus 6), Günther Fauster (1,5 aus 10), Josef Kofler (2,5 aus 8), Siegfried Kofler (1,5 aus 4), Stefan Pfitscher (1 aus 2), Karl Ennemoser (2 aus 7), Alexander Pfitscher (0 aus 3), Hannes Kofler (1,5 aus 2), Manuel Kofler (1,5 aus 4), Augustin Heel (0,5 aus 6), Max Raich (1 aus 4), Joachim Raich (0 aus 1) und Mathias Lanthaler (0 aus 2).

 

DEUTSCHNOFEN

Den letzten Platz nahm Deutschnofen ein und zwar mit einem Mannschaftspunkt und 13 Brettpunkten.

Zusammen mit St. Martin in Passeier werden Othmar Gibitz (1 aus 11), Lukas Pichler (0,5 aus 10), Alois Hofer (3 aus 9), Markus Thurner (4 aus 11), Alois Mittermair (0 aus 9), Hubertus Pichler (4 aus 9), Evi Anrather (0,5 aus 4) und Fabian Ebner (0 aus 2) nächstes Jahr wieder in der B-Liga spielen.

Rainer Demetz gewinnt internen Wettstreit

von Ruben  Bernardi

Nach vier Jahren trug der Schachclub Gröden wieder eine Vereinsmeisterschaft aus, die in der Aula Magna des Kindergartens „La Salieta“ in St. Ulrich stattfand.

Für das 7-rundige im Schweizersystem durchgeführte Turnier meldeten sich erfreulicherweise 22 Spieler und Spielerinnen. Die Bedenkzeit war mit einer Stunde pro Spieler für die ganze Partie relativ knapp bemessen, sodass gar einige Teilnehmer mit erheblichen Zeitnotproblemen konfrontiert wurden. Gespielt wurde im Zeitraum Ende Juli bis Anfang September 2006.

Im Laufe der Meisterschaft kam es zu sehr interessanten Begegnungen. Modusbedingt war es jedoch bei der niedrigen Anzahl der Runden nicht möglich, sämtliche starken Spieler gegeneinander spielen zu lassen, was einige Überraschungen in der Tabelle zur Folge hatte.

Der Kampf um die vordersten Plätze blieb daher bis zur Schlussrunde offen, sodass bei allen möglichen Endergebnissen gar vier verschiedene Spieler den ersten Platz erringen konnten.

Nach kompromisslosem und spannendem Kampf endete das Spitzenduell zwischen Ruben Bernardi und Rainer Demetz nach wechselhaftem Verlauf zu Gunsten des letzteren, der sich nach sieben Runden mit 6,5 Punkten  den dritten Meisterschaftstitel nach 1993 und 2002 sicherte.

Der Senior des Turniers, Richard Moroder, behielt überraschenderweise gegen den früheren Spitzenreiter Christian Grossi die Oberhand und verhalf somit seinem Sohn Stefan Moroder (zweifacher Vereinsmeister), welcher den stark aufspielenden Iacun Prugger besiegen und 5,5 Punkte erzielen konnte, zum zweiten Rang, während seinem Gegner mit fünf Punkten der dritte Platz blieb.

Auf den weiteren Rängen folgten, immer mit fünf Punkten, aber schlechterer Buchholzwertung, Ruben Bernardi (bereits vierfacher Vereinsmeister) und Richard Moroder, sowie mit vier Punkten Iacun Prugger, der sich noch vor Milan Pocuca, ebenfalls mit vier Punkten, einreihen konnte und daher bester Jugendspieler wurde.

Nach der Endrunde fand die Preisverteilung statt und alle Teilnehmer hatten, zusätzlich zur Gewissheit, bei einer spannenden Vereinsmeisterschaft mitgespielt zu haben, auch das Gefühl, ein äußerst nützliches Training absolviert zu haben.

 

Endstand:

Schachplakat Kasimdzhanov13